Interview: Die Seele Afrikas – mit Benny Rebel

Benny Rebel

Benny Rebel ist ein international erfolgreicher Naturfotograf und Autor von Büchern, Filmen und Multimedia-Shows. Besonders bekannt ist er für seine einzigartigen Aufnahmen gefährlicher und gefährdeter Tiere. Außerdem ist er Fotograf und Autor des luxuriösesten und teuersten Bildbandes der Welt. Geboren wurde er 1968 im Iran, seit 1987 lebt er in Deutschland. Er hat bis heute zahlreiche Film-, Foto-, Naturschutz- und Abenteuer-Expeditionen in etlichen Ländern durchgeführt. Seine Leidenschaft für die Natur und die Fotografie haben ihm zahlreiche Auszeichnungen eingebracht. So wurde er unter anderem in den Jahren 2002/2003 zweimal in Folge als bester Naturfotograf beim größten Fotowettbewerb der Welt ausgezeichnet, dem Austrian Super Circuit.

Im großen Weltwach-Interview spricht Erik mit ihm über das Fotografieren wilder Tiere, über das Reisen, über das von ihm produzierte luxuriöseste Fotobuch der Welt und über seine Arbeit als Guide bei Fotosafaris.

Benny Rebel

Erik Lorenz: Afrika ist der einzige Kontinent, auf den es mich bisher noch nicht verschlagen hat, aber das möchte ich in den nächsten ein, zwei Jahren ändern. Du kennst den Kontinent zumindest in Teilen in- und auswendig und bietest Fotoreisen in verschiedenste afrikanische Länder an, zum Beispiel nach Namibia, Kenia, Tansania, Botswana und Zimbabwe. Was würdest du mir als absolutem Afrikaneuling raten: Wo soll ich anfangen?

Benny Rebel: Je nachdem, wofür du dich dort interessierst. Es gibt Leute, die nach Afrika fliegen, um zum Beispiel etwas über die unterschiedlichen Kulturen zu lernen, die dort leben. Andere fliegen dorthin, um sich mit der Tierwelt auseinanderzusetzen. Dazu gehöre ich persönlich. Und es gibt auch viele andere Gründe. Wenn es eher um Safaris geht, um die Erkundung der Tierwelt, dann bin ich der richtige Ansprechpartner, denn darauf bin ich spezialisiert. Ich bin seit über zwanzig Jahren in neun verschiedenen afrikanischen Ländern unterwegs. Überall dort, wo man tolle Safaris machen und Tiere beobachten kann, habe ich mich schlau gemacht und informiert, wann man wo und wie unterwegs sein muss, um spektakuläre Dinge sehen zu können. Wenn du etwa die große Gnu-Wanderung beobachten möchtest, die jährlich stattfindet, dann wäre z.B. zwischen August und September Kenia das richtige Land für dich. Dort könntest du dir diese großen Tiermassen anschauen, die aus der Serengeti, Tansania, in die Masai Mara, Kenia, kommen und für drei Monate dortbleiben. Während dieser Zeit müssen die großen Herden mehrere Flüsse durchschwimmen und werden dort von Krokodilen und an den Ufern von anderen Raubtieren erwartet – und natürlich auch von uns Fotografen. Dort spielen sich täglich große Dramen ab, die sehr interessant zu beobachten und zu fotografieren sind.

Erik Lorenz: Und wie hast du selbst angefangen? Wann und wie hast du Afrika das erste Mal erkundet?

Benny Rebel: Das erste Mal war ich in Uganda unterwegs, aber nicht als Fotograf, sondern eher als Abenteurer und Umweltschützer. Dort habe ich mit einer kleinen Ritsch-Ratsch-Kamera Bilder gemacht und mit zurückgebracht. Die Bilder an sich waren sehr schlecht, aber dadurch, dass ich sehr abenteuerlich unterwegs war, waren sie trotzdem recht spannend anzuschauen. Ich bin durch weite Teile Ugandas gewandert und zu Fuß auch durch die Nationalparks gelaufen, was sich heute kaum noch jemand vorstellen kann, ohne jede Rangerbegleitung, mitten unter den wilden Tieren. Ich habe damals viele Dinge gemacht, die heute verboten sind und bei denen ich hätte draufgehen können. Das war auch noch mehr oder weniger Bürgerkriegszeit und das Land war nicht darauf eingerichtet, Touristen zu empfangen. Ich war fast überall, wo ich hinkam, der einzige Tourist. Das alles hat mir den ersten Kick gegeben in Richtung Fotografie zu gehen. Nachdem ich diese schlechten Bilder mit nachhause gebracht hatte, aber die Stories toll zu erzählen waren, habe ich festgestellt, dass sich die Menschen dafür interessieren. Ich habe mir daraufhin vorgenommen, die Fotografie mehr und mehr zu erlernen und diesen Bereich zu verbessern, um vielleicht später davon leben zu können. Gesagt, getan (lacht).

Erik Lorenz: Was hast du damals in Uganda unternommen? Hast du z.B. die Gorillas besucht?

Benny Rebel: Ja, genau, das war im Süden Ugandas, an der Grenze zum damaligen Zaire, dem heutigen Kongo. In der Grenzregion zwischen dem Kongo, Ruanda und Uganda gibt es ein Dreieck, in dem die Berggorillas vorkommen. Die habe ich natürlich auch besucht, was ebenfalls eine recht abenteuerliche Angelegenheit war.

Zweite Heimat Südafrika

Erik Lorenz: Wie hast du dir den afrikanischen Kontinent dann weiter erschlossen?

Benny Rebel: Ich war danach in Südafrika. Dieses Land entwickelte sich mit den Jahren zu meiner zweiten Heimat. Dort habe ich liebenswürdige Menschen kennengelernt, die bis heute zu meinen engsten Freunden gehören und fast so etwas wie Familienmitglieder geworden sind. Ich habe dort dann auch meine Rangerausbildung gemacht, in der ich ziemlich viel über die Natur und deren Schutz gelernt habe. Bei den Buschmännern, etwa den Zulus, habe ich viel darüber gelernt, wie sie mit den Tieren umgehen. Sie haben mir erzählt, wie sie früher mit und von den Tieren gelebt haben, wie das Leben mit den Tieren funktioniert. Das hat mir geholfen, die Welt der wilden Tiere besser verstehen zu können. Und das hat mir dann wiederum geholfen, bei der Fotografie relativ weit vorne zu sein. Denn wenn man die Tiere und ihre Verhaltensmuster kennt, ist man immer zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle und verpasst kaum eine Situation, die spannend sein könnte. Ich konnte also besser im Voraus erahnen, was die Tiere gerade beschäftigt und was sie womöglich als nächstes tun würden.

Erik Lorenz: Und es hat dir sicherlich auch in der einen oder anderen gefährlichen Situation geholfen besser beurteilen zu können, wie du dich am besten verhältst. Ich erinnere mich gelesen zu haben, dass eine deiner Aufgaben als Ranger zeitweise war, während einer Dürre Tiere wie Nashörner mit Nahrung zu versorgen, und dass es da eine brenzlige Situation mit Elefanten an einem Wasserloch gab …

Benny Rebel 3

Benny Rebel: Das ist richtig. Während der Zeit, als ich zum Ranger ausgebildet wurde, gab es eine große Dürre. Deshalb mussten wir Tiere wie Elefanten und Nashörner, die man für die privaten Reservate kaufen muss, mit Futter versorgen. Das ist praktisch, als ob man eine Kuhherde hat und diese Herde vor dem Verhungern bewahren muss. Wir hatten auf unserem Gelände überhaupt kein Gras mehr, das war alles vertrocknet. Aber ein paar hundert Kilometer entfernt, hinter den Bergen, wo die Wolken regelmäßig hängenblieben und sich abregneten, gab es Gras. Man konnte das Gras dort kaufen und mit LKWs zu unserem Reservat bringen, um es dann mit Mineralien und Vitaminen anzureichern und den Tieren zur Verfügung zu stellen. Das war täglich meine Aufgabe, zusammen mit einem Ranger. Wir mussten diese großen Grasbälle tonnenweise zu bestimmten Wasserlöchern transportieren, sie dort mit Mistgabeln auflockern und dann eine mit Mineralien und Vitaminen angereicherte Flüssigkeit darauf schütten. Anschließend kamen die Tiere und haben es gefressen.

Während dieser Zeit habe ich gelernt mit Büffeln, Nashörnern, Elefanten und vielen anderen Tieren umzugehen. All diese Tiere waren kurz vor dem Verhungern und haben täglich auf unsere Ankunft an den Wasserlöchern gewartet. Hunger macht die Tiere – genau wie die Menschen auch – aggressiv. Sie konnten es kaum abwarten, dass wir die Grasbälle von den Autos luden, und attackierten uns zwischendurch, weil sie an dieses Gras heranwollten. Dann mussten wir die Mistgabeln fallenlassen und auf den Pickup springen. Solche Attacken und Scheinattacken von bestimmten Tieren gehörten zu unserer täglichen Arbeit. Deshalb haben wir den Abstand zum Auto auch stets kurzgehalten, so dass wir jederzeit rasch darauf springen konnten. Interessant daran ist, und das wissen viele Leute nicht: Sobald man auf dem Auto drauf ist, wird man zu einem Teil des Autos. Das heißt, die Tiere können einen nicht mehr als Mensch wahrnehmen. Aus diesem Grund kann man auch in offenen Jeeps auf Safari gehen, um einen Meter entfernte Leoparden oder Löwen zu beobachten. Sie nehmen keine Notiz von einem Menschen, solange man oben auf dem Auto drauf sitzt. Und das Auto ist ein neutrales Wesen – das können sie nicht fressen, das wird ihnen aber auch nicht gefährlich. Sobald man aber aussteigt und die Silhouette eines Menschen sichtbar wird, laufen sie entweder weg, was normalerweise der Fall ist – oder greifen an. Auf diese Weise wurde ich mehrfach angegriffen, unter anderem auch von dem Elefanten, den du angesprochen hast. Da wollten wir zu einem Wasserloch, um das Wasser zu holen, mit dem wir dann die Mineralien für das Futter der Tiere aufgelöst haben. Der Elefant wollte uns nicht zu diesem Wasserloch lassen. Mein Freund, mit dem ich dort unterwegs war, meinte, wenn wir mit dem Auto näher heranfuhren, würde der Elefant sicherlich Platz machen. Aber der Elefant hatte andere Pläne. Je näher wir heranfuhren, desto aggressiver wurde er. Schließlich, als wir sehr nah heran waren, verließ er das Wasserloch und stürmte trompetend auf uns zu, um uns zu töten. Ausgerechnet in diesem Augenblick ging unser Auto aus, ein uralter, klappriger Geländewagen. Ich beobachtete weiter den Elefanten, der mit hoher Geschwindigkeit auf uns zu kam, während mein Kollege das Auto nicht anbekam. Als der Elefant nur noch wenige Meter von uns entfernt war und ich schon vor mir sah, wie er gleich seine Stoßzähne in unser Auto bohren würde, sprang der Motor doch noch an und wir konnten weiterfahren. Allerdings funktionierte, typisch uraltes afrikanisches Gefährt, die Gangschaltung nicht mehr richtig. Einer von uns musste auf die Kupplung draufspringen und der andere mit hoher Gewalt die Gänge hineinschalten. Mit dem ersten Gang kann man ja bekanntlich nicht sonderlich schnell fahren. Der Elefant war aber immer noch hinter uns her und wir bekamen einfach nicht den zweiten Gang rein. Endlich gelang es uns aber doch, und wir konnten vor dem Elefanten fliehen. Es war sehr knapp. Man muss sich vorstellen, das war ein erwachsener Elefantenbulle, der sechs Tonnen wiegt. Der kann innerhalb weniger Sekunden aus einem Auto eine zerquetsche Blechdose machen und damit Fußball spielen. Diese Tiere haben so viel Kraft – das unterschätzen viele Leute, die mit Autos unterwegs sind und denken, dass sie darin vollkommen sicher sind.

Ein Kontinent voller Abenteuer

Erik Lorenz: Was macht für dich heute den Zauber Afrikas aus – nach den vielen Jahren und vielen Reisen?

Benny Rebel: Afrika ist voller Abenteuer, immer noch. Viele denken, dass die Zeiten der großen Abenteuer vorbei sind und dass alles zivilisiert und durch den Tourismus längst versaut ist. Im Groben und Großen ist es auch so, aber es gibt immer noch viele Stellen in Afrika, die ich persönlich sehr gut kenne, an denen man noch richtige Abenteuer erleben kann. Man kann dort täglich das gleiche Gefühl haben, wie damals die Großwildjäger oder noch früher die Neandertaler, die täglich auf die Jagd gehen mussten, um zu überleben. Wer dieses Gefühl einmal erleben will, sollte bei mir eine Safari buchen (lacht). Also nicht die normalen Safaris, die ich auf meiner Homepage anbiete – bei denen erleben wir Abenteuer auf eine relativ entspannte und zivilisierte Art und Weise. Aber wenn man richtige Abenteuer erleben will, dann kann ich auch private Zu-Fuß-Safaris organisieren, bei denen man zu Fuß und unbewaffnet durch die Wildnis läuft und dort schläft, wo die Löwen schlafen, und Dinge erlebt, bei denen man heute noch das Gefühl bekommt, man sei vor fünfhundert Jahren in Afrika unterwegs.

Erik Lorenz: Hast du für derlei Abenteuer bestimmte Lieblingsländer? Länder, in die du besonders gern zurückkehrst?

Benny Rebel: Ja, aber auch bestimmte Zeiten. Es gibt bestimmte Jahreszeiten, zu denen manche Trips mehr oder weniger Sinn ergeben. Wie ich schon sagte sind August und September beispielsweise sehr gute Monate für Kenia, wenn man sich die Tierwanderungen anschauen will. Um den Februar herum ist die beste Zeit, um nach Tansania zu fliegen und sich dort im Süden der Serengeti die Geburt der Gnus anzuschauen. Für die erwähnten Hardcore-Safaris zu Fuß gibt es bestimmte Teile in Südafrika, die dafür gut geeignet sind. Botswana hat tolle Stellen, Simbabwe ebenso, auch Sambia. Es ist immer davon abhängig, wo man hinwill, und vor allem auch davon, wie viel Geld man ausgeben möchte, denn unterschiedliche Gebiete sind auch unterschiedlich teuer. Wenn man sich nicht auskennt und sich nicht richtig informiert, kann man große Summen ausgeben für Safaris, die woanders zu einer anderen Zeit so ähnlich für sehr viel weniger Geld machbar sind.

Erik Lorenz: Was sind deiner Meinung nach die häufigsten und größten falschen Vorstellungen, die die Menschen von Afrika haben?

Benny Rebel: Die meisten Leute, die noch nicht in Afrika waren, denken, Afrika sei einfach ein riesiges Dorf, in dem alle arm sind – und die meisten von den Armen sind auch noch krank. Sie denken, dort gibt es außer dieser Armut und Staub nichts. Dieses Denken ist in der ganzen Welt weit verbreitet. In Afrika gibt es allerdings auch extrem luxuriöse Lodges, fünf-Sterne-Lodges, die unter 2.000 Dollar pro Nacht je Person nicht zu haben sind und über sehr qualifiziertes Personal verfügen, die einem auf sehr hohem Niveau Safaris anbieten. Auch ansonsten gibt es in manchen Bereichen Afrikas so viel Luxus, wie ich es noch nie in Deutschland gesehen habe. In Kapstadt oder Johannesburg gibt es etwa Shopping Malls, wie man sie sonst kaum irgendwo findet. In Südafrika gibt es bessere Straßen als in vielen Ländern Europas. Aber es gibt natürlich auch das andere Afrika, das arme, wo die Leute ums Überleben kämpfen. Afrika hat sehr viele Gesichter, und das, welches mich am meisten interessiert, ist eben die wundervolle unberührte Natur, die an vielen Stellen noch nach wie vor intakt ist, obwohl der Mensch schon so viel kaputt gemacht hat.

Die Welt der Tiere sehen und verstehen

Erik Lorenz: Geht für dich das Reisen stets mit dem Fotografieren einher? Sprich, reist du, um zu fotografieren, oder kann das Reisen auch mal ein Selbstzweck für dich sein?

Benny Rebel: Beides. Je nachdem, ob ich reise, um einfach etwas zu erleben und etwas zu lernen und die Natur zu genießen – das ist für mich viel wichtiger, als zu fotografieren. Ich bin nach wie vor der Umweltschützer, der durch die Gegend fährt und sich sehr gern und lange die Zeit nimmt Ameisen, Schmetterlinge, Mäuse oder was auch immer zu beobachten. Denn das ist es, was mich wirklich bewegt: die Welt der Tiere zu sehen und zu verstehen. Das ist mein Hauptanliegen. Die Fotografie ist schön und kreativ und ich liebe sie. Damit verdiene ich auch hauptsächlich meinen Lebensunterhalt. Die Reisen, die ich als Veranstalter und fotografischer Guide begleite, sind dafür gemacht, dass man auf ihnen fotografiert, da ist das Ziel von vorneherein definiert. Aber das hält mich nicht davon ab, in einer tollen Situation die Kamera mal zur Seite zu legen und einfach zu beobachten. Ich muss nicht fotografieren, sondern kann auch einfach mal zuschauen, was der Löwe da macht.

Erik Lorenz: Und wenn du fotografierst, was ist dir dann wichtig? Was macht für dich ein gutes Foto aus?

Benny Rebel: Ein Foto ist erst gut, wenn es Emotionen auslöst. Wenn die Leute, die es sehen, sich darüber freuen oder ärgern oder darüber lachen oder sich wundern, wie ungewöhnlich eine Aufnahme ist. Oder wenn ein Bild in einem Buch gedruckt ist: dass die Leute nicht einfach weiterblättern, sondern sich mit dem Bild auseinandersetzen oder sich fragen, wie zum Teufel der Fotograf es überhaupt hinbekommen hat, dass dieses Bild so entstehen konnte. Ich mag nicht diese Hochglanzbilder, die einfach eine Kopie von vielen anderen Fotografen sind. Es gibt zum Beispiel weltweit bestimmte Stellen, die schon totfotografiert sind, auch in Afrika, gerade was die Landschaftsfotografie anbetrifft. Da gibt es Hotspots, die viele Fotografen anvisieren. Diese Landschaften sind so schön, dass man blöd sein muss, um da ein schlechtes Bild rauszuholen. Dort gibt es die Gefahr, dass viele Fotografen, die dorthin kommen, exakt die Bilder machen, die auch schon vorher jeder gemacht hat.

Benny Rebel

Ich versuche gerade in den Landschaften, die schon viel fotografiert worden sind, so durch die Gegend zu laufen und das Ganze so zu entdecken, wie es kaum jemand vorher gemacht hat. Ich verbiete es mir zum Beispiel, von einer Höhe von einem Meter bis einem Meter fünfzig zu fotografieren, denn das ist die Höhe, von der jeder fotografiert. Jeder stellt sein Stativ auf einen Meter fünfzig oder sechzig dort hin und fotografiert die Landschaft. Ich sehe diese Landschaften nie aus dieser Perspektive. Entweder gehe ich sehr weit nach oben oder sehr weit nach unten oder wähle extreme Brennweiten, irgendetwas, das nicht normal ist. Wenn man stehend ein Bild von einer bekannten Landschaft machen kann, dann ist das für mich die Opa-Perspektive. Dann kann man davon ausgehen, dass das nichts wird. Die Landschaft ist schön, das Bild wird auch schön, aber es wird nichts Besonderes, weil eben schon so viele Leute genau das Bild vorher gemacht haben. Es gibt z.B. in Namibia so eine Stelle, die heißt Deadvlei, dort stehen trockene Bäume in einem tollen Tal vor Sanddünen. Eine sehr fotogene Landschaft. Und klar, da gehen jeden Tag hunderte oder tausende Leute durch, von denen dann auch etliche Profifotografen sind. Die laufen durch diese Bäume durch, stellen sich dahin und machen Bilder. Es entstehen dort täglich zigtausend Bilder, die alle austauschbar sind. Bei meiner letzten Reise dorthin hatte ich ein 10mm und ein 12mm Superweitwinkel-Objektiv mitgenommen und habe versucht, aus extremen Perspektiven, etwa direkt vom Boden aus oder durch die Wurzeln der Bäume, Dinge hinzukriegen, die weit entfernt von der Opa-Perspektive sind. Und so habe ich es geschafft, Bilder mitzubringen, die sich von meinen eigenen früheren Bildern unterscheiden und auch von denen tausender anderer Profifotografen, die dort durchgewandert sind.

Benny Rebel

Erik Lorenz: Bei der Tierfotografie versuchst du dich ähnlich wie bei der Landschaftsfotografie von anderen Fotografen abzuheben. Da spielt bei deinen Fotos ja die Nähe eine sehr große Rolle …

Benny Rebel: Ja, das stimmt, das war von Anfang an so. Ich habe auch hier versucht Perspektiven und Sichtweisen zu zeigen, die nicht üblich waren. Als ich angefangen habe zu fotografieren, bin ich zu einem Fotoguru gegangen, der auch eine Bildagentur führte, und habe ihn um Rat gebeten. Der hat mir damals seine Kataloge gezeigt, Internet gab es noch nicht. Darin befanden sich kleine Abdrucke, die von den Dias hergestellt worden waren. Er hat mir dann einen dicken, bilderreichen Naturkatalog gezeigt und meinte: Was willst du als junger Mann noch produzieren, was hier in diesen Katalogen nicht drin ist? Der Katalog war voll von Bildern mit Löwen und Leoparden und anderen Tieren, und zwar in hoher Qualität von renommierten Fotografen wie Fritz Pölking. Der Fotoguru hat mir also ein bisschen den Mut geraubt und den Eindruck erweckt, ich sei ungefähr hundert Jahre zu spät und hätte keine Chance.

Schlussendlich hat es mich aber angespornt kreativer zu werden und Dinge zu tun, die diese alten Hasen nicht hingekriegt hätten. Ich habe mir die Bilder in den Katalogen der Bildagenturen angeguckt und habe ein gewisses Muster gesehen, nämlich dass alle Fotografen mit 500, 600, 800 Millimeter bestimmte Bilder aufgenommen hatten. Das waren schöne Bilder, keine Frage, aber durch diese langen Brennweiten werden die Ebenen gestaucht und es entstehen bestimmte Bilder, die, wenn zu oft gesehen, austauschbar sind. Sie sind flach, die Landschaft spielt überhaupt keine Rolle mehr, und wenn man bei langer Brennweite die Tiere aus der Nähe fotografiert, sieht man den Hintergrund nur noch völlig verschwommen. Das hätte dann auch in einem Zoo aufgenommen werden können, so ein enges Portrait von einem Löwen oder so. Den Unterschied sieht dann kein Mensch, wenn der Abstand kurz und die Brennweite lang ist.

Dadurch, dass ich mich schon damals relativ gut mit den Tieren auskannte und mir auch etwas mehr zutraute als andere Fotografen, habe ich beschlossen, zu versuchen mit Weitwinkel Bilder zu generieren. Ich habe dann die Nähe zu den Tieren gesucht und diese auch immer wieder gefunden. Das hat gut funktioniert. Es gab Fotografen, die sich mit einer bestimmten Tierart oder einem bestimmten Tier angefreundet haben und dann aus der Nähe fotografieren konnten. Ich habe es aber auf die Spitze getrieben. Ich habe direkt bei wilden Löwen und Leoparden in einem Meter Abstand gesessen, bei Geparden sogar beim Fressen. Ich habe Krokodile, Elefanten, Flusspferde, Nashörner und Giftschlangen aus der Nähe fotografiert – so ziemlich alle Tiere, die da draußen gefährlich sind. Mit 14 oder 16 Millimeter, später auch mit 10 und 12 Millimeter. Und das brachte plötzlich eine komplett neue Sichtweise, die es bis dato nicht gab. Es gab schlicht und ergreifend weltweit keinen Fotografen, der verschiedene gefährliche Tierarten mit 14mm fotografiert hatte. Ich brauchte zwei Jahre und habe in dieser Zeit meine Fähigkeiten so weit entwickelt, dass ich eine komplett neue Sichtweise der Tierfotografie in dieser Landschaft etabliert habe.

Ich bin nichts Besonderes – nur ein Tier wie alle anderen auch, stärker als einige, schwächer als andere.

Erik Lorenz: Und bist du dabei gelegentlich auch in haarige Situationen geraten? Einer der Gründe, warum diese Technik noch wenig bis gar nicht verbreitet war, war sicherlich, dass es nicht ganz ungefährlich ist, sich so nahe an wilde Tiere heranzuwagen.

Benny Rebel: Stimmt. Wenn man nahe an die Tiere herangeht, gibt es oft Grenzen, die die Tiere einem zeigen. Oft ist es einfach eine Scheinattacke. Die Tiere gehen nicht direkt auf einen los, um einen zu töten, sondern um zu sagen: Okay, du bist jetzt zu weit, jetzt musst du zurückgehen. Und das passiert nicht nur mit uns Menschen, sondern auch zwischen den verschiedenen Tierarten, auch innerhalb der eigenen Art. Das habe ich dann irgendwann mal kapiert. Wenn zum Beispiel eine Elefantenherde zu einem Wasserloch kommt, weil sie durstig ist, verjagt sie erstmal die Löwen und alle anderen Tiere, die am Wasserloch sind, obwohl es genug Wasser für alle gibt, und dann fangen sie an zu trinken. Das machen auch viele andere Tiere. Wenn die einen kommen, verjagen sie die anderen. Wie gesagt, auch innerhalb der Arten. Wenn es ums Fressen und Trinken geht, gibt es eine Rangordnung. Und gegenüber Menschen verhalten die Tiere sich genauso. Wenn wir uns in der Nähe dieser Tiere aufhalten, können wir uns entweder freundlich dort hinsetzen und gemeinsam die Zeit verbringen, oder ein Elefant oder Löwe signalisiert: Ich will dich hier nicht haben, sieh zu, dass du weiterkommst. Es ist sehr selten so, dass der Löwe aufsteht und mit der Absicht zu mir kommt, mich zu töten. Wenn man das verstanden hat und auch die Signale richtig interpretieren kann, dann ist ein nettes Zusammenleben mit den Tieren möglich.

Viele von den Bildern, die ich von den Tieren aus der Nähe aufgenommen habe, sind nicht entstanden, indem ich zu den Tieren hingegangen bin, sondern ich habe mich in ihrer Nähe aufgehalten, und sie sind von sich aus zu mir gekommen, so dass ich sie fotografieren konnte. Das habe ich nicht zuletzt auch bei Völkern wie den Zulus oder Massai gelernt: dass die sich gar nicht als etwas Besonderes sehen, sondern sie sehen sich genauso, wie ich mich selbst auch sehe – als ein Tier, das in der Savanne herumläuft. Manchmal muss ich aufpassen, dass mir keines gefährlich wird oder dass ich keines störe, aber im Grunde genommen kann ich mich genauso wie die Kuhreiher unauffällig verhalten, die auf den Rücken der Elefanten sitzen, während die Elefanten keine Notiz davon nehmen und die Reiher durch die Gegend kutschieren. Genauso könnte ich mich an ein Wasserloch setzen und zusehen, wie die Tiere dorthin kommen und trinken und so weiter. Und das habe ich dann auch gemacht. Ich habe so viel Zeit in der Wildnis verbracht, dass ich verstanden habe, wie das Kommen und Gehen an diesen Wasserlöchern funktioniert und wie die Tiere sich gegenseitig entweder respektieren oder terrorisieren, und dass ich nichts Besonderes bin – nur ein Tier wie alle anderen auch, stärker als einige, schwächer als andere.

Das sind Geschichten, die die Natur selbst schreibt, und ich bin dankbar, dass ich viele von diesen Geschichten erlebt und überlebt habe und heute davon erzählen kann.

Erik Lorenz: Einmal hattest du es an einem einzigen Tag mit zwei Löwen und zwei Leoparden zu tun – Situationen, in denen es doch etwas spannender wurde als gewollt.

Benny Rebel: Ja, genau. Bei den Löwen war es so, dass ich sie gar nicht gesehen habe. Ich war mit einem Ranger und einem Spurenleser unterwegs im hohen Gras. Die Löwen haben sich nicht großartig für uns interessiert, sondern sie sind aufeinander losgegangen. Es gab einen Kampf ums Territorium. Blöderweise fand dieser Kampf aus heiterem Himmel direkt vor unseren Füßen statt. Als wir gesehen haben, dass da im hohen Gras Löwen auf uns zu gerannt kamen, dachten wir, dass die uns töten wollten, aber dem war nicht so. Sie haben sich direkt vor uns aufeinander gestürzt. So habe ich aus zwei Metern Abstand miterlebt, wie zwei männliche Löwen sich auseinandergenommen haben. Später kamen noch einige Weibchen dazu, die sich an diesem Kampf beteiligten, und die haben direkt vor unserer Nase einen der Löwen getötet. Wer schon mal gehört hat, wie Löwen miteinander kämpfen – allein dieses Geräusch, dass sich mindestens über fünf Kilometer in der Wildnis verbreitet – dieses Geräusch aus zwei Metern Abstand mitzubekommen, ist der Wahnsinn. Obwohl ich mich nicht zu den Menschen zähle, die schnell in Panik geraten, muss ich sagen, dass ich in dieser Situation richtige Angst hatte. Und nicht nur ich, auch der Ranger und der Fährtenleser waren kreidebleich. Wir haben uns dann vorsichtig zurückgezogen und das Ende des Kampfes aus vielleicht zweihundert Metern Entfernung mit dem Fernglas beobachtet.

Als wir diese Szene überstanden hatten und auf dem Weg zurück zu unserem Camp waren, sind wir einem Ranger begegnet, der mit dem Auto unterwegs war und fragte, ob wir uns dafür interessierten, einen Leoparden direkt am Straßenrand anzuschauen. Wir zitterten immer noch am ganzen Körper, konnten es aber nicht lassen. Der Fährtenleser, der wie ich unbewaffnet war, holte sich erstmal ein langes Stück Holz aus einem Busch und erläuterte, Leoparden seien noch gefährlicher als Löwen, man solle denen nicht ohne irgendeine Waffe begegnen. So sind wir dann mit Holzstöcken in den Händen in die Richtung losmarschiert, in der der Leopard gesehen worden war.

Als wir dort ankamen, sahen wir die Fußabdrücke des Leoparden, aber das Tier war zunächst nicht zu sehen. Es war im dichten Busch verschwunden. Wir bewegten uns Stück für Stück durchs Buschwerk, was besonders gefährlich ist, weil man natürlich nicht weit sehen kann. Der Ranger, der als einziger eine Schusswaffe hatte, ging vor, ich hinterher, der Fährtenleser lief hinter mir. Plötzlich öffnete sich vor uns das Buschwerk und wir sahen ein Tier, das brüllend auf uns zu rannte – ein Leopardenweibchen. Die Ohren waren aggressiv angelegt, der Schwanz drehte sich, und sie kam fauchend auf uns zu. Ich hatte erwartet, dass der Ranger mit seiner Waffe in die Luft schießen würde, um das Tier zu vertreiben. Stattdessen ließ er die Waffe auf den Boden fallen und begann, den Leoparden anzuschreien. Er machte sich größer und brüllte. Dann begann der Fährtenleser hinter mir das Gleiche zu tun. Und plötzlich bremste der Leopard ab und zog sich fauchend zurück.

Während die Beiden dabei waren, den Leoparden einzuschüchtern, drehte ich mich um und erblickte – einen noch größeren Leoparden! Ein Männchen! Es saß zwei Meter hinter uns, hatte bereits die Ohren angelegt und war kurz davor uns anzuspringen. Ich wies sofort meine beiden Begleiter darauf hin, dass wir noch ein größeres Problem hatten, nämlich hinter uns. Als nun auch sie den zweiten Leoparden erblickten, habe ich sofort in ihren Gesichtern gesehen, dass wir tatsächlich ein großes Problem hatten. Der Fährtenleser, der hinter mir war, fing an, mit dem Holzstock aggressiv auf einen Baum zu schlagen, als ob er den Baum verprügeln wolle, und ihn anzuschreien. Der Ranger stimmte direkt mit ein, und ich trug dann schreiend meinen Teil dazu bei. So entfernte sich schließlich auch dieser Leopard. Ein paar Sekunden später haben wir die beiden weiterziehen sehen. In dieser ganzen Situation habe ich sogar noch Bilder aufgenommen. Darauf sieht man die Leoparden, wie sie fauchend vor uns sitzen. Die Bilder sind nicht sonderlich scharf, aber man sieht, was da los war.

Erik Lorenz: Sie wurden mit Angstschweiß erkauft und haben dadurch bestimmt einen besonderen Stellenwert für dich.

Benny Rebel: Ja, in der Tat, denn so etwas ist eine äußerst seltene Situation, die erlebt man einmal im Leben. Wenn ich das später Rangern erzählt habe, die ihr ganzes Leben in der Wildnis verbringen, waren die meisten ganz beeindruckt, weil auch sie so etwas nie erlebt haben. Das sind Geschichten, die die Natur selbst schreibt, und ich bin dankbar, dass ich viele von diesen Geschichten erlebt und überlebt habe und heute davon erzählen kann.

Das luxuriöseste Fotobuch der Welt

Erik Lorenz: Du erzählst diese Geschichten unter anderem in Fotokalendern und Fotobüchern. Du hast mittlerweile soweit ich weiß schon fünf Fotobücher veröffentlicht. Das letzte trug den Titel „SAFARI“ und ist 2015 erschienen. Es ist ein ganz besonderes Buch – was hat es damit auf sich?

Benny Rebel: Zunächst einmal sind es nicht fünf Fotobücher gewesen, die ich veröffentlicht habe, sondern alle Bücher haben komplett unterschiedliche Konzepte. Das erste Buch, erschienen im Herbig-Verlag, war ein Coffee Table Book, wie man es früher bezeichnete: einfach ein großformatiger Bildband, den man sich gern anschaut. Das zweite Buch war ein dreidimensionales Buch, darin habe ich die Tiere Afrikas mit der 3D-Technik gezeigt. Beide Bücher waren sehr erfolgreich, das zweite wurde auch in etliche Sprachen übersetzt und ging weltweit gut weg. Das dritte Buch beinhaltete meine Abenteuergeschichten, von denen ich auch gerade ein paar erzählt habe. Das vierte Buch war ein E-Book zum Thema Bildgestaltung und Bilddesign. Und das fünfte Buch hat wieder ein vollständig anderes Konzept. Es ist sehr großformatig und schwer – das luxuriöseste Fotografiebuch der Welt. Es ist von Hand aus den feinsten Materialien produziert, die der Planet zurzeit zu bieten hat, und ist in limitierter, sehr kleiner Auflage von nur 111 Stück erschienen. Das Buch gibt es in zwei verschiedenen Versionen, die größere ist aufgeschlagen zwei Meter breit und wiegt 68 Kilo. Es kommt mit einem eigenen Designer-Stehtisch, den man in unterschiedlichen Winkeln einstellen kann, so dass man das Buch ideal präsentieren und anschauen kann. In diesem Tisch ist eine Schublade mit einem integrierten Tablet-PC, auf dem sich multimediale Inhalte und Informationen zu den jeweiligen Bildern befinden, die im Buch gezeigt werden. Ich wollte im Buch keinen Text haben, dort werden nur die Bilder gezeigt. Die Texte sind sowohl in geschriebener als auch gesprochener Form in Englisch und Deutsch auf dem Tablet verfügbar. So kann man sich also die großformatigen Bilder im Buch anschauen und die Audiodateien aufrufen, und ich erkläre dann mit meiner eigenen Stimme, was die Geschichte hinter diesem Bild ist, wo ich es aufgenommen habe und was ich mir dabei gedacht habe. Im Tablet ist ein Beamer integriert, mit dem man die Bilder auch noch auf die Wand projizieren kann. Außerdem gibt es noch jede Menge weiteres Zubehör.

Erik Lorenz: Und das Buch selbst ist, wie du schon angedeutet hast, aus sehr hochwertigen Materialien aus allen möglichen Ecken der Welt erstellt.

Benny Rebel: Richtig, das Papier habe ich aus Japan importiert. Bevor ich dieses Buch produziert habe, mussten jede Menge Tests gemacht werden, um herauszufinden, wie man ein Buch überhaupt herstellen kann, das zwei Meter breit und 68 Kilogramm schwer ist. Aus welchen Materialien – und wer kann das überhaupt herstellen? Nach meinen Recherchen gab es nur zwei Firmen weltweit, die so etwas hätten produzieren können. Eine davon sitzt in Italien, die andere in Polen. In allen anderen Ländern, selbst den USA, war es nicht möglich, so ein Buch in der Qualität und Größe zu produzieren.

Dann musste ich herausfinden, welche Papiere sich dafür eigneten. Ich habe alle Fine-Art-Papiere der Welt bestellt, sie alle mit derselben Datei auf zwei Meter bedrucken lassen und dann miteinander verglichen, um zu schauen, welche zum Beispiel bei Fingerabdrücken empfindlich waren. Denn ein Buch hängt man nicht an die Wand – da muss man durchblättern. Und obwohl ich mit den Büchern weiße Handschuhe mitliefere, wollte ich dafür sorgen, dass auch dann keine Fingerabdrücke auf den Bildern zurückbleiben, wenn die Leute sie ohne Handschuhe anschauen.

Außerdem wird ein Buch mechanisch belastet. Das ist ebenfalls etwas anderes als ein Poster, das man sich an die Wand hängt. Die mechanische Belastbarkeit des Papiers und der Bindung musste überprüft werden.

Ein weiteres Thema waren Lichtreflexionen. Ich wollte, dass die Käufer des Buches es sich überall hinstellen können und nicht nur irgendwo, wo das Licht kontrolliert ist. Nichtsdestotrotz durften die Kontraste, die Farbwidergabe, die Eleganz nicht beeinträchtigt werden. Es hat mich ziemlich viel Geld und Zeit gekostet, das richtige Papier zu finden. Dabei habe ich auch Probleme entdeckt, von denen man noch nie etwas gehört hat, wie zum Beispiel das Vakuum zwischen den Blättern. Wenn das Buch zu schwer wird und wie in meinem Fall 68 Kilo wiegt, entsteht ein Vakuum zwischen den Seiten, wenn die Oberfläche des Papiers zu glatt ist. Dann geht das Buch nicht mehr auf – dann muss man es aufmeißeln. Das sind alles Probleme, über die man als normaler Mensch nie stolpert. Und die Bindung musste so stabil sein, dass, wenn diese riesigen Seiten umgeschlagen werden, die Fotos nicht knicken, sondern stabil in der Bindung bleiben. Dafür mussten wir bestimmte Bindungen aus Italien importieren, die eigentlich für ganz andere Zwecke gedacht und sehr kostspielig waren. Um es kurz zu machen, es war eine große Herausforderung. Immer wenn man der Erste ist, der irgendwas macht, muss man all diese Sachen mitbezahlen und mitbedenken, denn es gab weltweit niemanden, den ich hätten anrufen und fragen können.

Erik Lorenz: Was war denn für dich der Ansporn diese Idee zu verwirklichen? Die Hoffnung mit der vielen Arbeit dann auch gutes Geld verdienen zu können? Oder war es eine reizvolle Marketingidee, um dich als qualitätsorientierter Fotograf noch mal weiter oben zu platzieren? Was waren die Beweggründe?

Benne Rebel: Nichts von dem, was du aufgezählt hast.

Erik Lorenz: Das habe ich mir fast gedacht!

Benny Rebel: Ich gehe generell einen sehr ungewöhnlichen Weg in meinem Leben. Ich will immer bestimmte Dinge so machen, wie es zuvor keiner gemacht hat. Das mache ich dann für mich. Ich bin ein Perfektionist, das wissen alle meine Freunde, die mich näher kennen. Wenn ich darüber nachdenke, irgendetwas zu tun, lasse ich es entweder sein – oder ich will, dass es perfekt wird. Ich habe mir vorgenommen, etwas zu schaffen, woran sich kein Mensch auf diesem Planeten jemals gewagt hat. Das sollte so gut werden, dass jeder, der sich das anschaut, sagt: Wow, so etwas habe ich noch nie gesehen. Es sollte etwas sein, das mich mit Stolz erfüllt. Dabei war es mir völlig egal, ob irgendein Mensch einen Cent dafür ausgibt oder nicht. Denn ich habe es nicht für irgendjemanden gemacht, sondern für mich. Deshalb musste es so gut werden, dass ich mir mein Leben lang dieses Buch angucken und stolz sein kann, dass ich etwas so Cooles zustande gebracht habe. Ich habe fünf Jahre lang dafür fotografiert, denn es sollten nicht die alten Bilder wieder ausgegraben und dieselben Stories erzählt werden, sondern es sollten neue Bilder mit besseren Kameras, besseren Objektiven und schöneren Motiven aufgenommen werden. Neue Themen, neue Sichtweisen, neue Stories. Dabei habe ich mir keinen Zeitdruck gemacht, sondern einfach fotografiert. Parallel habe ich das Konzept entwickelt. Die Bilder waren ja nur ein Teil davon. Es ist viel mehr als nur das Zeigen von Bildern, erheblich mehr. Ich habe zum Beispiel einen Designer beauftragt, der den Tisch konzipiert hat. Ich wollte, dass es ein Tisch sein würde, der ohne Werkzeuge auf- und abgebaut werden kann. Der grazil ist, der schön ist, dessen Holz aus Afrika kommt und dessen Stil zum afrikanischen Flair passt. Auch das Leder des Bucheinbandes sollte das Gefühl des alten Afrika widergeben. Ich hatte fünf Jahre Zeit rumzuspinnen, die ganze Welt abzuklappern und nach Inspiration zu suchen.

Als die Bilder fertig waren, lag auch das Konzept vor, und ich bin dann nach Italien und Polen geflogen und habe die ganzen Papiertests gemacht. Schließlich habe ich das alles in die Produktion gegeben und angefangen meinen Freunden und den Teilnehmern an meinen Safaris davon zu erzählen, woran ich eigentlich die letzten fünf Jahre heimlich gearbeitet hatte. Dann kamen auch direkt die ersten Bestellungen. Ich habe um die zehn Exemplare verkauft, ohne dass die Leute dieses Buch auch nur gesehen hatten. Das war für mich fantastisch. Das Gute daran war, ich hatte keine Erwartungen, ich wollte ein Buch für mich produzieren. Trotzdem war es klasse, dass ich die Produktionskosten durch die ersten Verkäufe schon eingespielt hatte, bevor die Bücher überhaupt auf dem Markt waren.

Erik Lorenz: Wo liegt denn die Preisspanne?

Benny Rebel: Die große Version des Buches mit zwei Metern Breite wurde für 30.000 Euro verkauft mit dem gesamten Zubehör. Dieses Buch ist bereits ausverkauft. Das wurde von Kunstkennern auf einen Wert von 250.000 Euro geschätzt. Die Ein-Meter-Version kostet pro Exemplar 10.000 Euro, davon gibt es noch welche zu kaufen. Dieses Buch wurde von Kennern auf 100.000 Euro geschätzt. Wenn die Auflage weg ist und je nachdem, wie ich mich als Künstler entwickle, können diese Bücher später auch mehrere Millionen Euro kosten, weil die Auflage so klein ist.

Das andere Gesicht des Iran

Erik Lorenz: Du bist nicht nur als Fotograf unterwegs, sondern auch im Medium Film zuhause. Im Jahr 2011 warst du z.B. maßgeblich an der Produktion des zweiteiligen Filmes „Wilder Iran“ beteiligt. Die Filme habe ich mir vor einigen Jahren schon angesehen, sie wurden auf ARTE, im ZDF, ARD, WDR und anderen Sendern ausgestrahlt. Wie ist es damals zu diesem Projekt gekommen?

Benny Rebel: Für mich war das wiederum eine Herzensangelegenheit. Ich wollte etwas zeigen, was niemand vorher getan hatte. Ich wollte endlich mal das andere Gesicht des Iran zeigen. Der Iran war seit dreißig Jahren in der westlichen Presse sehr einseitig nur aus der politischen Perspektive gezeigt worden, und auch sehr durch die amerikanisierte Brille. Das hat mich immer genervt: dass die ganze Welt auf ein Land prügelt, das es eigentlich nicht verdient hat. Denn der Iran ist mehr als nur diese Mullahs, die auch in meinen Augen nichts Tolles für ihr Land und die Erde geschaffen haben. Der Iran hat die großzügigsten und gastfreundlichsten Menschen, die ich jemals auf diesem Planeten gesehen habe. Der Iran hat eine fantastische unberührte Natur, die in vielerlei Hinsicht mit Afrika sehr gut mithalten kann. Der Iran verbindet drei Kontinente in der Tier- und Pflanzenwelt, was viele Leute gar nicht wissen. So gibt es zum Beispiel Bären und Wölfe, die man in Nordamerika oder Europa erwarten würde, genauso wie Geparden und Leoparden, die man in Afrika vermuten würde. Zusätzlich gibt es jede Menge endemische Tiere, die im Iran leben, und auch asiatische Tiere und Pflanzen. Im Iran gibt es Hochgebirge, die meterweise Schnee haben, es gibt fantastische Skigebiete, die übrigens viel besser sind als die in Deutschland, nur sind sie außerhalb des Iran unbekannt. Und direkt hinter den schneebedeckten Bergen liegt der älteste tropische Wald der Nordhalbkugel. Die ganzen Wälder, die wir hier in Europa haben, stammen ursprünglich aus dem Gebiet des heutigen Iran. Und in diesen Wäldern, die noch weitestgehend wild sind, leben eben Bären und Leoparden.

Auf der anderen Seite der Berge kommen die Savannen, genauso wie in Afrika, und weiter unten die Halbwüsten und Wüsten, sowohl Stein- als auch Sandwüsten, genauso wie in der Namib-Wüste. Praktisch alles, was der Planet zu bieten hat, von kalt bis warm, von trocken bis feucht, ist im Iran zu finden. Und darüber hat bisher kein Mensch berichtet. Genau das wollte ich ändern. Ich habe die Politik komplett ausgeschlossen, denn darüber wurde ja genug berichtet. Ich bin vier Jahre lang auf Recherche gegangen, habe alles zusammengetragen, was man für die Filmproduktion brauchte, und habe dann hier in Deutschland ein Team zusammenbekommen, das in der Lage war, mit meinen Informationen, Kontakten und Drehgenehmigungen diese Filme zu produzieren. Wir sind mit einem deutschen Team in den Iran geflogen, im Iran hatte ich noch ein iranisches Team zusammengestellt, und mit den beiden Teams sind wir dann zwei Monate lang durch den Iran gefahren und haben die Filme gemacht.

Erik Lorenz: Hast du dir erst den Auftrag eines Senders gesichert oder hast du komplett eigenständig die Filme produziert und danach versucht sie zu verkaufen?

Benny Rebel: Ich habe am Anfang alles selbst gemacht und auch ziemlich viel aus meiner eigenen Tasche bezahlt. Mit den Materialien, die ich am Anfang bezahlt und produziert hatte, bin ich zu den Sendern gegangen, denn mir ging es um die Verbreitung dieser Botschaft. Es war nie das Ziel mit den Filmen Geld zu machen, und ich habe auch kein Geld damit gemacht. Also das ZDF hat schon Geld damit verdient, aber ich nicht, denn ich wurde da rausgekauft mit einem kleinen Betrag. Mir war wichtig, den Menschen da draußen zu zeigen, dass der Iran nicht nur aus Mullahs und Wüsten besteht und auch nicht aus der angeblichen Atombombe.

Erik Lorenz: Ich möchte dazu kurz hinzufügen, dass du im Iran geboren bist und die Sprache sprichst und deshalb ein ganz anderes Verständnis für das Land hast als viele andere westliche Besucher. Ich war vor wenigen Monaten selbst das erste Mal dort und habe die fantastische Natur, die du gerade beschrieben hast, absolut genossen. Zum anderen zeichnet die Gastfreundschaft, die du ebenfalls angesprochen hast, den Iran wirklich aus. Das ist ja ein wenig ein Klischeethema. Jeder, der irgendwohin in den Urlaub fährt, erzählt danach von den freundlichen Einheimischen. Aber im Iran hat mich das wirklich umgehauen. Ich wurde nahezu jeden Tag drei- bis fünfmal von fremden Leuten auf der Straße angesprochen, zum Essen eingeladen, zu ihnen nachhause eingeladen. Eine Familie hat mich quasi in ihr Auto gezerrt, aber nicht um mich zu kidnappen, sondern um mich für die nächsten zwei Tage zu etlichen Sehenswürdigkeiten zu fahren, mir Bustickets für die Weiterreise zu organisieren und so weiter. Taxifahrer wollten kein Geld haben, als sie mitbekamen, dass ich ein westlicher Besucher war – für sie war es eine Frage der Gastfreundschaft mich kostenlos eine halbe Stunde durch die Innenstädte zu kutschieren, und sie empfanden es regelrecht als Beleidigung, wenn ich darauf bestand, für die Leistung zu bezahlen, die ich erhalten hatte. Es war wirklich extrem.

Benny Rebel: Genau das. Und genau, weil ich wusste, dass das Land und die Menschen so sind, genauso, wie du es gerade beschrieben hast, habe ich die Filme gemacht. Es tat mir dreißig Jahre lang weh, zu sehen, dass das Land auf ein absolutes Minimum reduziert wird und immer wieder da drauf geprügelt wird für etwas, das das Land noch nicht mal getan hat. Ahmadinedschad war kein Politiker, der überhaupt irgendetwas von Politik verstanden hat oder sich vernünftig artikulieren konnte, aber die Sache mit der Atombombe, das ist genau das, was der Westen auch mit Saddam Hussein gemacht hat, mit seinen angeblichen Massenvernichtungswaffen – dort haben sie auch nur einen Grund gesucht hineinzumarschieren. Haben sie ja auch getan, aber von den Massenvernichtungswaffen, über die der ganze Westen ständig berichtet hat, wurde nichts gefunden. Das ist immer wieder dasselbe Muster, das sich im Nahen Osten durchzieht. Der Westen geht dahin, stiftet Unfrieden, will dann natürlich die Ressourcen ausbeuten und dafür müssen dann bestimmte Leute weg, die dort an der Macht sind. So ist es zum Beispiel aktuell mit Assad, der ja nicht zugestimmt hat, diese Gaspipeline dort zu verlegen, wie der Westen das wollte. Und deshalb sollte Assad weg, und um das herbeizuführen, hat der Westen auch alles getan. Nur blöd, dass die Russen nicht mitgespielt haben, dass der Iran nicht mitgespielt hat und auch andere, und nun gibt es dort ein verwüstetes Land. Das Problem war weder Assad noch der Iran oder sonst wer, sondern das Problem ist immer wieder der Westen, der sich überall einmischt, sich Ressourcen und bestimmte Vorteile verschaffen will und Unfrieden stiftet. Mit der Produktion des Iranfilms wollte ich etwas Unpolitisches so erzählen, dass es doch politisch positiv aufgenommen wird und die Menschen verstehen, dass der Iran keine verlassene Wüste ist und nicht aus der Atomrakete besteht, sondern dass er sehr vielfältig ist. Alles, was die Erde in der Tier- und Pflanzenwelt und landschaftlich zu bieten hat, ist auch im Iran zu finden. Und das Tollste am Iran sind in der Tat die Menschen, die so großherzig und gastfreundlich sind, wie ich es nirgendwo sonst gesehen habe. Es geht nicht darum, dass ich selbst im Iran geboren wurde. Ich bezeichne mich noch nicht einmal selbst als Iraner, sondern ich bin vielmehr Deutscher als Iraner, ich lebe hier auch viel länger, als ich dort gelebt habe. Aber ich finde es einfach unfair, wie ein Land so behandelt und diskriminiert wird. Das war mein Antrieb etwas dagegen zu tun.

Gastvater eines Pavianbabys?                

Erik Lorenz: Du bietest ja auch regelmäßig Fotosafaris an. Was sind das für Safaris? Wo gehen sie hin und was erwartet die Teilnehmer auf ihnen?

Benny Rebel: Ich biete zurzeit Fotosafaris in neun verschiedenen Ländern in Afrika an. Die Teilnehmer, die mit mir durch Afrika reisen, profitieren von meiner über zwanzigjährigen Erfahrung, und zwar nicht nur als Fotograf, sondern auch als Ranger. Denn es gibt gute Ranger, die nichts von Fotografie verstehen, und es gibt gute Fotografen, die nichts von der Tierwelt verstehen, die sich zumindest nicht so intensiv damit auseinandergesetzt haben wie ich in den letzten zwanzig Jahren. Das verschafft uns natürlich Vorteile in vielerlei Hinsicht. Ich weiß, wie die Tiere ticken. Wenn wir zum Beispiel irgendwo hinkommen und wir sehen dreizehn Löwen auf dem Boden liegen, dann kann ich mit einem Blick in fünf Sekunden erkennen, ob diese Tiere in den nächsten zwei, drei Stunden jagen werden oder nicht. Das ist entscheidend für die Safari-Zeit. Denn diejenigen, die diese Erfahrung nicht haben, kommen da hin und sitzen stundenlang bei schlafenden Löwen. Und Löwen können zwanzig Stunden am Tag schlafen. Da passiert nichts. Das heißt, der ganze Safari-Tag ist vergeudet. Ich erkenne jedoch, ob die Löwen bald auf die Jagd gehen wollen: an ihrer Körpersprache, an den Ohren, an den Schwanz- und Schulterbewegungen, wie sie zueinander schauen. All diese Dinge sind mir in Fleisch und Blut übergegangen. Und ich kann im Voraus sagen, wie meine Teilnehmer ihre Kamera am besten für eine Szene einstellen, die sich gleich abspielen wird.

Erik Lorenz: Ich würde abschließend gern zu den Halbsätzen kommen, eine Rubrik, die wir auch im Weltwach Podcast immer mit dabeihaben. Das heißt, ich gebe einen Halbsatz vor, und du beendest ihn. Nummer eins: Eine Fotoreise ist für mich „gelungen“, wenn …

Benny Rebel: … meine Gäste zufrieden, glücklich und mit sehr vielen schönen Bildern nachhause kommen.

Erik Lorenz: Ein intensives Leben zu führen, bedeutet für mich …

Benny Rebel: … das zu tun, was mein Herz mir sagt, und nicht mein Konto.

Erik Lorenz: Ein Moment auf meinen Reisen, der mich besonders bewegt hat, war …

Benny Rebel: … als eine Pavianmutter mich als ihren Babysitter ausgesucht hat.

Erik Lorenz: Wie ist es dazu gekommen?

Benny Rebel: Das war in Südafrika. Ich bin im Auftrag einer Umweltschutzorganisation dahingeflogen, um emotionale Bilder von Pavianen aufzunehmen, um für deren Schutz zu werben. Paviane haben in Südafrika keinen guten Ruf und sie brauchten sozusagen einen Anwalt, der zeigt, dass diese Tiere schützenswert und süß und niedlich sind. Ich bin ehrenamtlich dorthin geflogen, um diese Kampagne zu starten. Es war sehr gefährlich und schwierig. Ich habe mich in eine große Pavianfamilie integriert und habe sie fotografiert. Ich wollte wieder mit Weitwinkel Bilder von ihnen und ihrem Lebensraum aufnehmen. Innerhalb von zwei Tagen haben sie mich akzeptiert und respektiert, und selbst das Alpha-Weibchen hat so viel Vertrauen zu mir entwickelt, dass sie ihr Baby direkt vor meiner Linse hinlegte und mich als Babysitter aussuchte. Normalerweise würde die ganze Pavianfamilie einen Menschen zerfetzen, wenn er so nahe an eines ihrer Babys herangeht, ganz besonders, wenn es sich um ein Junges des Alpha-Weibchens handelt. Männliche Paviane haben größere Schneidezähne als männliche Löwen! So aber konnte ich mit Weitwinkel Bilder von einem Pavianbaby aufnehmen, das direkt vor meiner Linse posierte wie ein richtiger Fotostar. Während ich diese Bilder aufgenommen habe, wusste ich, dass ich gerade etwas tue, was praktisch kein Fotograf je in seinem Leben mit wilden Pavianen hinbekommen wird. Das war fantastisch – eine Erfahrung, die ich nie vergessen werde.

Erik Lorenz: Wenn ich an die Zukunft denke …

Benny Rebel: … hoffe ich, dass ich noch längere Zeit gesund bleibe, noch mehr Reisen machen und noch mehr von der Natur lernen kann. Vielleicht kriege ich noch spannendere, schönere Bilder hin. Und was die Fotografie anbetrifft, habe ich etliche Pläne für Ausstellungen mit großformatigen Bildern. Es gibt viele andere Projekte, die mir am Herzen liegen, an denen werde ich nach und nach arbeiten. Wir werden sehen, welche Träume ich noch verwirklichen kann.

Bisher ist ja alles gut gelaufen und ich bereue nichts von meinem Leben. Wenn ich morgen tot umfalle, gibt es kein „Hätte“ auf meiner Liste, sondern alles, was ich haben wollte, habe ich bereits gehabt. Ich hatte bisher ein cooles Leben, ein zufriedenes Leben und mein Lächeln ist echt.

Erik Lorenz: Das ist doch ein hervorragendes Schlusswort! Benny, ich danke dir herzlich für deine Zeit. Verrate mir doch zum Abschluss, wo unsere Leser am besten mehr über dich erfahren können.

Benny Rebel: Auf meiner Homepage www.Benny-Rebel.com.

Erik Lorenz: Ich habe sie mir angeschaut. Dort gibt es alle Informationen zu deinen Fotoreisen und deinen Büchern und man kann sich dort auch einige deiner Fotos anschauen.

Benny Rebel: Vielen herzlichen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast dich mit meiner Wenigkeit zu beschäftigen. Dir weiterhin viel Erfolg!

Benny Rebel

© alle Fotos: Benny Rebel

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