Journey Glimpse – Momentaufnahmen einer Weltreise

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Von Stephanie Bernhard und Stefan Tschumi.

Viele Menschen fotografieren während sie reisen, und dann gibt es Verrückte wie uns, die extra auf Reisen gehen, um zu fotografieren. Getrieben von der Idee, die schönsten Landschaften dieses Planeten mit umwerfendem Licht zu mischen und daraus Poesie in Pixeln zu erschaffen.

So kam es, dass wir im September 2017 rund 20 kg Kameraequipment in unsere Rucksäcke packten, eine Reiseroute rund um den Globus zurechtlegten und ohne große Planung in Richtung Lima losflogen. Während sechs Monaten waren wir auf vier Kontinenten und in acht Ländern unterwegs. In unseren Händen die Kameras und in unseren Herzen eine große Neugierde auf fremde Kulturen. Wir erlebten unvergessliche Momente, die uns zu tiefst berührten, und schossen Fotos, hinter denen spannende Geschichten stehen.

Cusco

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Peru Cusco, das Foto mit dem Baumpaar und der Sonne. Ein Bild, welches wir nie vergessen werden. Nur wenige Tage zuvor, verpassten wir es, unser Wunschbild beim Machu Picchu aufzunehmen. Zudem fing sich Stefan einen starken Sonnenstich ein. Ein Auftakt zur Weltreise, wie wir ihn uns nicht gewünscht hatten. An diesem Tag hier in Cusco aber passte alles. Wir waren bei der Sacsayhuamán Ruine, einer alten Inka-Festung, unterwegs. Der Tag neigte sich langsam dem Ende entgegen und Stefan entdeckte plötzlich dieses Baumpaar. Das Sonnenlicht, die blaue Farbe des Himmels und die langgezogenen Wolken zauberten eine unglaublich schöne Stimmung, welche er in einem Foto festhielt. Es war das erste Bild auf dieser Weltreise, welches uns so richtig gut gefiel. Geschossen mehr durch Zufall als durch Planung, denn Sacsayhuamán stand eigentlich gar nicht auf unserer Bucket List. Für uns steht das Foto sinnbildlich für Peru. Auf der einen Seite simpel, ohne grosses Brimborium. Auf der anderen Seite mannigfaltig und wunderschön. Witzig ist, dass Freunde das Foto sogar an der Wand hängen haben: Immer, wenn wir in ihr Wohnzimmer treten, nimmt uns das Bild in Gedanken wieder mit nach Südamerika.

Piedras Rojas

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Die Piedras Rojas in Chile, was für eine wahnsinnige Landschaft. Malerisch anmutend, beinahe wie ein Gemälde eines großen Künstlers. Alles wirkt perfekt arrangiert, und doch ist diese Landschaft in der Atacama Wüste von der Natur geschaffen. Wir hatten diese Region in der Atacama Wüste zunächst gar nicht auf unserem Radar. In einem Hotel machte uns die Besitzerin auf die Region aufmerksam, zwei Tage vor der Weiterreise in Richtung Santiago de Chile. Für den nächsten Tag war schon die Besteigung des Cerro Tocos geplant. Dies bedeutete: jetzt oder nie! Also los, ab zu den Piedras Rojas!

Wir setzten uns in unseren Wagen und machten uns auf den Weg. Die Sonne schien, am Himmel hingen einige Wolken. Perfekte Bedingungen, denn Sonnenlicht bedeutet auch leuchtende Farben auf dem Foto. Wolken sorgen zudem für einen spannenden Himmel. Als wir jedoch nach einer langen Fahrt den Hügel in Richtung Piedras Rojas runtersteuerten, zogen dicke Wolken auf. Ein heftiger Wind trieb diese zudem immer dichter zusammen, so dass bald nur noch eine Wolkendecke zu sehen sein würde. Wir wussten, dass wir – wenn überhaupt, nur noch einige Momente Zeit haben würden, um das Foto zu schießen.

Jetzt zählte jede Sekunde. Stefan gab ein wenig mehr Gas. Die Nervosität war spürbar. Kurze Zeit später kamen wir bei den Piedras Rojas an. Wir beide sprangen aus dem Wagen. Bei einer Anhäufung von Steinen fanden wir nach ein paar Minuten unsere Position. Wir fotografierten für rund fünf Minuten, mehr war uns nicht vergönnt. Dann war der Himmel voll von Wolken und die Farben wirkten nicht mehr. Das Ergebnis gehört zu unseren absoluten Lieblingsbildern aus Chile, denn es ist uns gelungen, das letzte Stück des blauen Himmels einzufangen. Der blaue Farbtupfer passt wunderbar in diese Szenerie und verleiht dem Bild das gewisse Etwas.

Cape Woolamai

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Wenn es um die Fotografie geht, dann werden wir ab und an unvernünftig. Vor allem, wenn ein schönes Foto auf dem Spiel steht. So auch an diesem Tag beim Cape Woolamai in Australien. Schon vor der Abreise in Zürich wussten wir, dass das Cape Woolamai auf Phillip Island ein Spot ist, an dem wir unbedingt fotografieren möchten. Die wahnsinnige Felsformation in der Goldenen- oder Blauen-Stunde abzulichten, war unser Ziel. Deshalb stellten wir im Vorfeld Recherchen an, wie wir zu diesem Bereich gelangen konnten. Wir fanden schließlich, dank verschiedenen Foren, den Weg zu den Felsen. Zumindest dachten wir dies. Als wir schlussendlich tatsächlich oben an der Klippe standen und auf Cape Woolamai runterblickten, realisierten wir, dass dies gar nicht so einfach werden würde mit diesem Foto. Die Steine liegen unten beim Meer. Der Weg für die Fussgänger aber führt nur bis zu den Klippen. Diese runter zu klettern ist eigentlich verboten, weil gefährlich. Es kann rutschig sein. Es können starke Winde herrschen. Sich seinen Weg runter zu bahnen ist also nicht ohne Risiko und wird auf einer Verbotstafel auch explizit so taxiert. Nichtsdestotrotz wollten wir dieses Bild, das schon so lange in unseren Köpfen rumschwirrte. Also beschlossen wir, das Schild zu ignorieren und die Klippen runter zu klettern.

Wir waren die einzigen dort unten und genossen die Zeit, auch wenn wir einer heftigen Fliegenplage ausgesetzt waren. Über Stunden hinweg, bis es dunkel wurde, fotografierten wir. Unser Lieblingsbild entstand schließlich während der Blauen Stunde. Die Farben passen unheimlich gut zu dieser Szenerie. Steffi verbindet das Bild mit Romantik, Ruhe und Freiheit. Ein Bild, für welches sich dieser Aufwand absolut gelohnt hat.

Tempel in Bali

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Wenn wir die speziellen Foto-Momente jagen, bedeutet dies oftmals, dass wir früh aufstehen. Speziell, wenn das geplante Fotosujet nicht gerade um die Ecke liegt. So war dies auch auf Bali. Sobald klar wurde, dass wir die indonesische Insel besuchen würden, stand fest, dass wir den Pura Ulun Danu Bratan Tempel bei Sonnenaufgang fotografieren wollten. So suchten wir uns nach der Ankunft auf Bali einen Fahrer, der bereit war, auch morgens um 4.00 Uhr mit uns aufzubrechen. Ihn zu finden war kein Problem. Auch der Start um 4.00 Uhr morgens klappte problemlos. Als wir beim Tempel ankamen aber, war dieser noch geschlossen. An Öffnungszeiten hatten wir gar nicht gedacht. Aber klar, diese Tempel öffnen und schließen wieder. Eigentlich logisch. Nichtsdestotrotz standen wir jetzt vor verschlossenen Toren. Bis Andy, unser Fahrer, sich aufmachte, um Leute zu suchen, die uns helfen konnten. Er fand sie und sprach mit drei Balinesen. Diese sahen wenig begeistert aus. Was die Vier diskutierten, verstanden wir nicht. Kurze Zeit später aber wurde der Tempel extra für uns geöffnet. Pünktlich zur Blauen Stunde.

Die Stimmung an diesem Morgen war unglaublich friedlich. Alles, was unsere Ohren zu hören bekamen, war das Plätschern des Wassers und das Quaken der Frösche. Ab und an war zudem das Klicken unserer Kameras zu hören. Wir aber sprachen kein Wort. Wir waren verzaubert von diesem Moment und der Schönheit der Szenerie, mit ihren Wolken am Himmel und der glatten Wasseroberfläche.
Für uns steht dieses Bild heute stellvertretend für die Zeit auf Bali. Eine friedliche, sehr gemütliche Zeit mit vielen wunderschönen Momenten.

Mädchen Myanmar

Dieses Bild eines Mädchens in Myanmar hätte ungeplanter nicht sein können. Unser Guide brachte uns eines Abends spontan zu einem Dorf in der Nähe von Taungoo. Er wollte uns zeigen, wie die Menschen hier noch traditionell arbeiten. Wir würden dann morgen noch einmal kommen. Aber an diesem Abend seien die Bauern noch auf den Feldern, meinte er. Deshalb der Abstecher.

Zum Zeitpunkt unseres Eintreffens war die Sonne bereits dabei, hinter dem Horizont zu verschwinden und langsam der Nacht Platz zu machen. Im Dorf wurden wir herzlich von drei Frauen und ihren Kindern begrüsst. Ein noch sehr kleines Mädchen zeigte sich von unseren Kameras extrem fasziniert. Steffi nutzte den Moment, zückte ihre Kamera und schoss eines ihrer Lieblingsfotos. Sie konnte einmal abdrücken. Mehr Chancen bekam sie nicht. Aber diese eine Chance reichte völlig aus, und uns wurde wieder einmal aufgezeigt, dass oftmals die ungeplanten Momente die besten sein können. Wenn wir heute das Foto betrachten, ziehen uns die schwarzen grossen Augen des Mädchens immer wieder in ihren Bann, und wir denken an die vielen Erlebnisse in Myanmar. An das tiefe Eintauchen in diese südostasiatische Kultur und an die wunderschöne Landschaft des ehemaligen Burmas.

Poon Hill

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Ein Foto-Moment, an welchen nur Steffi eine Erinnerung hat. Es war der Morgen beim Poon Hill in Nepal. Während Stefan sonst sofort aus dem Bett springt, wenn es um das Thema Sonnenaufgangsfotografie geht, war an diesem Tag alles anders. Stefan lag krank im Bett. Er hatte sich auf dem Trek etwas eingefangen und war nicht in der Lage, auf den Poon Hill hochzulaufen. Deshalb ging Steffi alleine mit unserem Guide los und wurde dafür reich belohnt.

Ein solches Lichtspektakel gab es während der Zeit in Nepal kein zweites Mal. Die Natur zeigte sich von der künstlerischen Seite. Als Maler und Poet, mit feinem Gespür für Farben und deren Kombination. Für Steffi war der Morgen dort oben in der Höhe von Nepal unvergesslich. Das Foto ist ein Zeugnis davon und gibt Stefan regelmässig einen Anstoß zum Träumen. Ein Traum von dem Moment, wenn er selber da oben stehen und fotografieren wird. Hoffentlich bald…

Autowrack

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Namibia ist ein ganz spezielles Land, dies merkt man sofort, wenn man dort reist. Wir jedenfalls verfielen sofort der Magie dieses afrikanischen Juwels. Besonders die Sonnenuntergänge sind wunderschön und sorgten regelmässig dafür, dass wir mit unseren Kameras zu dieser Zeit des Tages umherwuselten und das perfekte Foto jagten. Aber auch die Nächte in Namibia sind ganz speziell. Wir waren auf dieser Weltreise unter anderem im chilenischen Vicuna unterwegs gewesen. Eine Region, welche einen der klarsten Himmel der Welt bietet. Die Milchstraße ist mit bloßem Auge unheimlich gut zu sehen und die Sterne leuchten sehr hell.
Als wir eines Nachts in der Nähe des Fish River Canyon in Namibia aus dem Fenster blickten, erinnerte uns die Szenerie sehr an Chile. Die Milchstraße und die Sterne waren unheimlich gut zu sehen, zudem herrschte hier nur wenig Lichtverschmutzung. Wir erinnerten uns an ein Autowrack, welches wir bei der Ankunft gesehen hatten, und packten unsere Kameras, ein Stativ sowie ein LED-Licht und gingen nach draußen. Es herrschte Totenstille. Eine ganz spezielle Atmosphäre, welche unheimlich gut zu dieser Location passte. Das LED-Licht platzierten wir im Auto und setzten dieses in Kontrast zur Milchstraße. Wir fotografierten über Minuten hinweg, beobachtet von einem Gemsbock, der eigentlich fressen wollte. Unser Tun schien ihm aber nicht ganz geheuer und so stand er einfach nur da und beobachtete uns. Das fertige Foto hat er jedoch nie gesehen. Eigentlich schade, denn es entstand ein magisches Bild. Für uns eine der besten Nachtaufnahmen unserer Weltreise.

Cape of Good Hope

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Ein weiteres, ungeplantes, jedoch wunderschönes Bild, schossen wir kurz vor Ende unserer Reise. Den Tag verbrachten wir damit, von Namibia nach Südafrika zu fahren und das Kap der Guten Hoffnung zu besuchen. Wir waren am Abend unter den letzten Besuchern und mussten uns ein wenig beeilen, um noch pünktlich aus dem Park rauszukommen und eine Strafgebühr zu vermeiden.

Fotografisch war das Kap der Guten Hoffnung kein Highlight für uns. Auf dem Rückweg aber bemerkten wir diese ganz spezielle Lichtstimmung. Eine Goldene Stunde, wie wir sie noch selten erlebt hatten. Die Landschaft zog an uns vorbei, als wir an der Küste entlangfuhren. Das Licht war gold-gelb und die Farben in der Landschaft strahlten intensiv. Ein wahres Feuerwerk für die Augen. Plötzlich erblickt Stefan eine Sitzbank, mitten im Nirgendwo. «Stopp!» «Anhalten!» Das waren seine zwei einzigen Worte, bevor er mit seiner Kamera aus dem Wagen sprang und losrannte – zu eben dieser besagten Bank. Trotz Zeitdruck nahm er sich diesen Moment und fotografierte die Szenerie. Das Ergebnis ist für uns ein Sehnsuchtsbild, welches passender für die Weltreise nicht sein könnte. Die Szenerie sieht unheimlich schön aus – und unheimlich schön war auch diese Weltreise für uns. Zum anderen aber auch wegen dem Blick, welcher über die Bank hinweg in Richtung Ozean schweift. Dort, zu dieser unendlichen Weite hin. Dort, wo das Unbekannte liegt.

Wir wissen nicht, was die Zukunft für uns bereithält und welche Abenteuer wir noch erleben werden. Aber wir hatten eine wunderschöne Weltreise mit unvergesslichen Momenten. Dieses Foto steht für all das.

Journey Glimpse

Wir sind Steffi und Stefan, zwei Reise- und Fotografie-Blogger aus der Schweiz. Wir teilen nicht nur unseren Vornamen, sondern auch die Leidenschaft für fremde Kulturen und wunderschöne Bilder. Im September 2017 riefen wir anlässlich unserer Weltreise «Journey Glimpse» ins Leben, ein Projekt, das eine facettenreiche Hommage an das Reisen und die Fotografie ist.

Da wir beide Badeurlaub nicht ausstehen können, trifft man uns auf der Straße, dort wo die spannenden Reisegeschichten geschrieben werden. Immer bei uns sind unsere Kameras. Nicht, um Schnappschüsse zu erstellen, denn davon hat die Welt schon genug.

Wir jagen das besondere Licht und kombinieren es mit umwerfenden Landschaften, um Bilder zu kreieren, die gerne angeschaut werden. Bilder, die einen gewissen Tiefgang entwickeln. Bilder, die Menschen Freude bereiten – frei nach dem von Henri Cartier-Bresson geprägten Sprichwort: Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut. In der heutigen Zeit müsste dieses Sprichwort wohl angepasst werden und lauten: Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut und nicht zwingend eines, welches tausend Likes hat.

Unsere Reisegeschichten halten wir regelmäßig in Vlogs fest. Die besten Reise- sowie Fotografie-Tipps und Tricks teilen wir zudem in Blogs.

Zu finden sind wir auch noch auf anderen Kanälen:

Instagram: www.instagram.com/journeyglimpse

Twitter: www.twitter.com/jounreyglimpse

YouTube: https://www.youtube.com/c/JourneyGlimpse

Pinterest: https://www.pinterest.de/journeyglimpse

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