Im Krokodilsnest – bei den Nyaura in Papua-Neuguinea mit Florian Spring | WW482

© Florian Spring

Die Luft ist heiß und feucht, Mücken schwirren umher, ringsum erstreckt sich dichter tropischer Regenwald. Mitten durch diese Landschaft schlängelt sich der Sepik, der längste Fluss Papua-Neuguineas. An einem seiner Nebenarme liegt Kandinge – ein abgelegenes Dorf, das nur mit dem Boot erreichbar ist. Die Häuser stehen auf Holzpfählen, das Leben der Menschen ist eng mit dem Fluss verbunden.

Hier hat der Schweizer Dokumentar- und Reportagefotograf Florian Spring über mehrere Reisen hinweg viele Wochen verbracht. Er lebte bei einer Familie, lernte den Alltag der Dorfgemeinschaft kennen und wurde schließlich sogar von ihr adoptiert. Durch dieses besondere Vertrauensverhältnis erhielt er Zugang zu einem jahrhundertealten Initiationsritual, das Außenstehenden normalerweise verborgen bleibt und heute nur noch in wenigen Dörfern der Region praktiziert wird.

Es ist eine Zeremonie, die nur alle paar Jahre stattfindet und für die jungen Männer der Gemeinschaft einen entscheidenden Übergang in ihrem Leben markiert. Im Mittelpunkt steht dabei ein Tier, das in den Mythen und im Glauben der hier lebenden Nyaura eine ganz besondere Rolle spielt: das Krokodil. Was es mit diesem Tier auf sich hat und welche Bedeutung das Ritual für die Menschen besitzt, erfahren wir in dieser Folge.

Wir lernen aber auch das Leben in Kandinge kennen: Wie sieht der Alltag in dieser abgelegenen Gemeinschaft am Sepik aus? Wie ist Florian überhaupt an diesem Ort gelandet? Wie kam es dazu, dass er eine derart persönliche und geschützte Zeremonie begleiten und dokumentieren durfte? Und was hat er selbst aus diesen intensiven Begegnungen mitgenommen?

Florians eindrucksvolle Fotografien aus Papua-Neuguinea wurden unter anderem im Magazin GEO veröffentlicht – als Teil einer umfangreichen Reportage über das Land, seine Menschen und kulturellen Traditionen. 2017 erhielt er den Globetrotter World Photo Förderpreis und gewann 2023 mit seinem Vortrag „Das Krokodilsnest“ den dritten Preis beim Schweizer Vortragsfestival Discovery Days. Seine Arbeiten wurden auch international ausgestellt. Heute arbeitet Florian für Magazine und Ausstellungen sowie als Art Director und Fotoeditor beim investigativen Rechercheteam REFLEKT.

Hinweis: In dieser Folge sprechen wir auch über körperliche Verletzungen, die Teil des Initiationsrituals sind. Es kommen Worte wie “Schnitte” und “Verletzungen” vor. Die Passage, in der die Verletzungen während des Rituals konkreter besprochen werden, erstreckt sich von Minute 48.40 bis 58.53.

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Florians Website: https://springflorian.ch/
Florians Insta: @florian.spring

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Redaktion und Postproduktion: Janna Olson

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© Florian Spring
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