Rezension: Reisen – Die illustrierte Geschichte

Reisen illustrierte Geschichte
© Erik Lorenz

Gelegentlich gelangen Neuerscheinungen auf den Büchermarkt, die hält man erstaunt in den Händen und wundert sich still, dass es genau dieses Buch zu genau diesem Thema nicht schon längst gegeben hat. Ein solches Buch ist „Reisen – Die illustrierte Geschichte“: Das Thema – die Geschichte des Reisens – ist prädestiniert dafür, in einem abwechslungsreichen Streifzug erkundet und erzählt zu werden. Genau zu dieser Einschätzung ist auch der Dorling Kindersley Verlag gelangt und lässt überzeugend Taten folgen.

Reisen illustrierte Geschichte
© Erik Lorenz
Reisen illustrierte Geschichte
© Erik Lorenz
Reisen illustrierte Geschichte
© Erik Lorenz

Im Vorwort des schwergewichtigen, großformatigen Textbildbandes heißt es: „Wer heute in modernen Großraumflugzeugen um die Erde reist, ahnt nicht, wie beschwerlich und gefährlich Reisen einst gewesen ist. Es lauerten Banditen und gefährliche Krankheiten, manchmal waren die Einheimischen feindselig, dann wieder gastfreundlich. Es fehlten Karten und Informationen, Briefe nach Hause waren Jahre unterwegs. Die Motivation, die heimische Scholle zu verlassen, um loszuziehen, muss also groß gewesen sein.“

„Reisen“ geht dieser Motivation über die Epochen hinweg auf den Grund. Das Buch bietet erstmals einen kulturgeschichtlichen Überblick über die Geschichte der Entdeckungen und Abenteuer auf der ganzen Welt von der Antike bis zur Gegenwart. Dabei schlägt das Buch den Bogen von den frühesten Migrationsbewegungen zu großen Entdeckungen, von der Grand Tour bis zu den ersten Flugreisen, von Mount-Everest-Besteigungen zur ersten Mondlandung.

Es berichtet von heute oftmals romantisierten Zeiten, in denen das Reisen – weit entfernt von Urlaub und Erholung – anstrengend, teuer und häufig gefährlich und von gänzlich anderen Motiven bestimmt war: der Eroberung neuer Länder, der Forschung, dem Handel, der Religion. Es zeigt wichtige Meilensteine wie die Erfindung des Dampfschiffs oder von Fords Modell T. Und es gibt einen Ausblick auf die mögliche Zukunft des Reisens.

„Denn auch der Trübsal denket man gerne, wenn man so vieles erduldet, so viele Länder durchirrt ist.“
Homer, Odysee, zitiert in „Reisen“ S. 15

Reisen eine illustrierte Geschichte
© Erik Lorenz

Über 760 Fotografien und Illustrationen, darunter historische Karten. Packende Augenzeugenberichte. Porträts von Forschern und Entdeckern wie Roald Amundsen, dem ersten Menschen, der den Südpol erreichte, Roy Chapman Andres, dem „echten Indiana Jones“, der in der Wüste Gobi als erster Mensch Dinosauriereier entdeckte, und Wilfred Thesiger, dem „wohl letzten großen Entdecker“, den es durch das 20. Jahrhundert hindurch immer wieder zu den Volksstämmen Afrikas und in die arabischen Wüsten zog. Aus diesen Zutaten ist eine systematische und opulent gestaltete Reise durch die Geschichte des Reisens entstanden; ein Buch über den zeitlosen Drang des Menschen Neues zu entdecken und ins Unbekannte aufzubrechen.

Dass das oben erwähnte Vorwort von Diplom-Geograph und Wüstenfotograf Michael Martin stammt, einem alten Weltwach-Bekannten, ist bei alledem eine schöne Zugabe.

Informationen zum Buch

Von Michael Collins, Simon Adams, R. G. Grant, Andrew Humphreys

Mit einem Vorwort von Michael Martin

ISBN 978-3-8310-3607-3
360 Seiten
€ 39,95 (D) / € 41,10 (A)

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